Zu Hause

Bei den meisten Eltern ist es nach 3-5 Tagen soweit: Sie kommen zusammen mit ihrem Baby nach Hause! Der Nachwuchs wird vorsichtig in sein mit_baby_nach_hauseneues Heim getragen, vielleicht zum ersten Mal ins eigene Bettchen gelegt. Und so langsam realisieren die Eltern, dass sie nun auf sich gestellt sind, und oft macht sich eine leise Furcht bemerkbar.
Was, wenn unser Baby gleich schreit und sich nicht beruhigen lässt - und keine Kinderschwester in Rufweite ist?

In der ein oder anderen Form verspüren wohl alle neuen Eltern die Angst, etwas falsch zu machen oder die Sorge, der neuen Rolle nicht gewachsen zu sein. Das ist auch ganz normal. Denn man hat zwar als erwachsener Mensch eine Menge gelernt. Wenn man nun aber so einen Winzling beruhigen soll feststellen, ob ihm zu warm oder zu kalt ist, ob das Schreien vom Bauchweh kommt oder etwas ernsteres dahintersteckt - sind ganz neue Fähigkeiten und Fertigkeiten gefragt.
Gut dass heutzutage kompetente Stellen gibt, an die verunsicherte Eltern sich wenden können. In den ersten Wochen nach der Geburt kommt zunächst täglich, später in immer weiteren Abständen eine Nachsorgehebamme bei der Familie vorbei. Die Krankenkassen übernehmen im Normalfall  die Kosten. Sie kann auf die aktuellen Fragen eingehen, versorgt den Nabel und berät auch die Mutter zu Themen wie der Rückbildung und dem Wochenfluss.
In den Städten gibt es u.a. Mütterberatungsstellen oder Schreiambulanzen. - Adressen bekommt man noch im Krankenhaus mitgegeben oder sie finden sich im Internet.

Junge Eltern sollten sich gerade in den ersten Wochen mit dem Baby vom Perfektionismus verabschieden. Die Wohnung muss nicht super gereinigt sein, das Geschirr kann sich ruhig mal stapeln und - ganz wichtig - man sollte Hilfe im Haushalt gerne annehmen. Wenn die Familie oder Freunde hilfreich anpacken wollen, können sie mal zum kochen oder cleanen kommen auch ein Spaziergang mit dem Baby kann der Mutter eine Pause für ein Schläfchen ermöglichen.
Vielleicht staunen die Eltern selbst, wenn sie mittags immer noch im Morgenmantel unterwegs sind, während das Baby schon drei mal umgezogen wurde.... alles normal!

Denn so eine Situation in der man 24 Stunden am Tag durchgehend das Baby betreuen und versorgen muss ist für die Eltern zunächst neu, viele haben es sich vorher weniger anstrengend vorgestellt. Die Mutter muss zudem noch die Strapazen der Geburt und die Umstellung des Körpers verarbeiten. Vermeidbare Unruhe, wie zu viel Besuch in den ersten Tagen sollten die Eltern vermeiden. Man kann Besuchern mitteilen, dass "wir erst einmal etwas Zeit brauchen, um uns aneinander zu gewöhnen und zu Hause einzuleben!" Natürlich bilden die engsten Verwandten hier eine Ausnahme, normalerweise sind diese aber auch hilfsbereit und packen eher im Haushalt mit an, statt eine Bewirtung zu erwarten.
nach etwa 6 Wochen, wenn die Familie gewisse Routinen entwickelt hat, können die anderen Verwandten und Freunde immer noch zu Besuch kommen.

Die Mutter sollte auch zusehen, etwas Zeit für sich zu finden. Das Baby kann, auch wenn es gestillt wird, von der Oma oder einen guten Freundin betreut werden, die Mutter kann vorher Milch abpumpen. Oder der Vater übernimmt das Baby, während die Mutter sich eine Auszeit nimmt.
Das ist wichtig, denn wenn es der Mutter gut geht, fühlt sich auch das Baby wohl - wenn sie hingegen nervös und gestresst ist, kann sich dies auf das Baby übertragen. Insgesamt ist eine positive Grundeinstellung und Vertrauen in sich selbst zu haben.

Wichtig ist, dass die Eltern möglichst sanft in die neue Rolle als Mutter und Vater hineinfinden. Und dass sie gerade zu Beginn ausreichend Zeit haben, sich ganz auf das Baby und das Stillen/Füttern einzustellen. Das braucht einige Geduld, denn bis das Kleine seinen Rhythmus gefunden hat, kann einige Zeit vergehen. Doch in einigen Wochen spätestens wird das Leben mit dem Baby ganz selbstverständlich sein und sich anfühlen, als sei man schon immer zu dritt gewesen!