Gerüche in der Schwangerschaft

Bei vielen Frauen verändert sich in der frühen Schwangerschaft der Geruchssinn und wird viel sensibler. Auch werden einige Gerüche anders empfunden, als vor der Schwangerschaft, viele als unangenehm.

Diese Erfahrung, die diverse Frauen machen wird auch durch neuere Untersuchungen aus Schweden von Daniel Broman und Kollegen von der Universität Umeå gestützt. Sie befragten Schwangere zu ihrem Geruchsempfinden und stellten fest, dass etwa 70% der Teilnehmenden Gerüche verändert wahrnahmen. Bei späteren Tests stellte sich heraus, dass die schwangeren Probanden tatsächlich niedrigere Konzentrationen von Geruchsstoffen wahrnehmen konnten, als die Kontrollgruppe.

Wie diese erhöhte Geruchssensibilität - auch Hypersomie genannt zustande kommt, ist wissenschaftlich nicht geklärt. Der erhöhte Hormonspiegel scheint hierbei eine wichtige Rolle zu spielen.

Neben den unangenehmen Wirkungen wie Übelkeit oder Probleme mit den Gerüchen der Haustiere scheint die Hypersomie durchaus auch einen gewissen Nutzen für die werdenden Mütter zu haben. Denn als besonders unangenehm werden Gerüche wie Fleisch, Alkohol, Kaffee, Tiergerüche, Zigarettenrauch wahrgenommen. Dadurch wird schon auf natürliche Weise ein Abstand zu Substanzen gewahrt, um den Fötus vor möglicherweise schädlichen Inhaltsstoffen oder Bakterien zu schützen.
Denn typischerweise tritt die Übelkeit vor allen im ersten Schwangerschaftsdrittel (Trimenon) auf, in dieser Phase werden die Organe etc. gebildet und der Fötus ist gegenüber äußeren Einflüssen besonders sensibel.