Begleitung

Begleitung zur Geburt

Für viele Paare ist die Geburt eines Kindes ein besonderes Erlebnis, das sie gemeinsam erleben wollen. Vor einigen Jahrzehnten war es nicht ungewöhnlich, dass eine Frau zur Geburt in die Klinik gebracht und dem medizinischen Personal übergeben wurde, welches sie bei der Geburt begleitete. Vertrauenspersonen oder gar werdende Väter sahen Mutter und Kind dann erst nach der Geburt wieder. Heutzutage begleiten die meisten werdenden Väter ihre Partnerinnen zur Geburt.

Dennoch will nicht jeder Vater bei der Geburt sein, und auch nicht jede Frau möchte den Partner dabei haben. Und es ist niemandem damit gedient, wenn sich einer der beiden Elternteile zu etwas gedrängt fühlt, daher sollte sich jedes Paar vor der Geburt darüber unterhalten, welche Wünsche und Befürchtungen bestehen. Es gibt verschiedene Gründe, aus denen Männer entscheiden, bei der Geburt nicht anwesend zu sein. Sie fühlen sich vielleicht unsicher, befürchten, dass sie nur im Weg stehen oder können mit Situationen von hoher Intensität nicht umgehen oder kein Blut sehen....

Manchmal kommen berufliche Gründe hinzu, der werdende Vater arbeitet vieleicht weit enfernt und kann nicht sicherstellen zur Geburt vor Ort zu sein etc. etc . Oder die Frau fühlt sich in Begleitung einer Freundin oder Familienangehörigen einfach sicherer oder möchte den Partner aus anderen Gründen nicht dabei haben.

Hier mögen auch unbegründete Ängste hineinspielen etc. in jedem Fall sollte versucht werden, diese vorab zu klären - vielleicht im Gespräch mit einer Hebamme. Aber es sollte nichts erzwungen werden, denn so eine ungeklärte Situation kann die Beteiligten bei der Geburt belasten. Manche Frauen wollen vielleicht auch nur geschultes Personal um sich haben und die Situation alleine bewältigen.

Der Begleiter oder die Begleiterin sollte sich auch vorbereiten, beispielweise einen Geburtsvorbereitungskurs oder -abend mit besuchen. Hier können Fragen besprochen werden und auch die Kenntnis des ungefähren Verlaufs ist während der Geburt hilfreich.
Falls eine Beleghebamme die Geburt begleitet, sollte der Mann sie ebenfalls vorher kennenlernen denn auch zwischen diesen beiden sollte die Chemie stimmen.
 

Beleghebamme
Eine Beleghebamme ist eine freiberuflich arbeitenden Hebamme und begleitet die schwangere Frau in der Zeit vor, während und eventuell auch nach der Geburt in einer Klinik. So lässt sich sicherstellen, dass die Gebärende eine vertraute Hebamme dabei hat mit der sie sich gut versteht. Andernfalls kann es auch vorkommen, dass die Hebamme während der Geburt wechselt, weil ihre Schicht zu Ende geht oder vielleicht eine Hebamme dabei ist, mit der die Chemie nicht stimmt etc.

Welche Kosten fallen an?
Die Geburtshilfe selbst fällt unter die Hebammenleistungen, welche von der Krankenkasse getragen werden, jedoch fällt für die Rufbereitschaft in den Wochen um den Geburtstermin eine Rufbereitschaftspauschale an. Die Kosten liegen normalerweise zwischen ca. 150 und 300 Euro und fallen unabhängig davon an, wie lange die Geburt selbst dauert.

Wer eine Beleghebamme dabei haben will, sollte sich frühzeitig darum kümmern, denn die Nachfrage ist hoch. Zudem soll ja zur Hebamme ein Vertrauensverhältnis entstehen und auch das braucht etwas Zeit.
 
Doula
Zusätzlich zur Hebamme kann eine Doula die Schwangere in der Zeit vor, während und nach der Geburt begleiten.
Eine Doula ist eine Frau, die sich als Schwangerschafts-, Geburts- und Wochenbettbegleiterin versteht. Sie hat selbst mindestens ein Kind geboren und unterstützt die Frau durch ihre zuverlässige und kompetente Anwesenheit. Sie entlastet den Partner und steht auch ihm zur Seite. Auch nach der Geburt steht sie der Frau zur Seite.
Sie führt keine Untersuchungen duch sondern versteht die emotionalen Bedürfnisse der Gebärenden und ist deshalb in der Lage, eine einfühlsame Unterstützung zu geben und besonders auf die Ängste und Befürchtungen der Gebärenden einzugehen. Im Netz finden sich einige Seiten über die interessierte Frauen eine Doula finden können.