Nach der Geburt: U1 und APGAR-Test

Die erste Früherkennungs-Untersuchung wird bereits direkt nach der Geburt vom Arzt oder der Hebamme durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Sie dient dazu, Defizite aufzudecken, die sofortiges Handeln erfordern.

Ein Bestandteil der U1 ist der Apgar - Test (s.u.) bei dem mit Hilfe eines Punktesystems Atmung, Puls, Grundtonus (Körperspannung), Aussehen und Reflexe des Neugeborenen geprüft werden.

Weiterhin wird etwas Blut aus der Nabelschnur entnommen und der ph-wert festgestellt. An diesem kann man sehen, ob das KInd zu diesem Zeitpunkt an einem Sauerstoffmangel leidet.   auf den Sauerstoffgehalt hin untersucht. Die Proportionen von Kopf, Rumpf und Gliedmaßen werden beurteilt und das Kind wird auf Missbildungen hin untersucht. Eine häufige Geburtsverletzung ist ein Schlüsselbeinbruch, der auch in der U1 festgestellt wird.
Das Neugeborene wird dann genau gewogen und Körperlänge und Kopfumfang werden gemessen. Das sind dann die Zahlen, die die stolzen Eltern allen Verwandten und Bekannten mitteilen können :o)


 APGAR-Test
Der Apgar-Test ist nach der amerikanischen Chirurgin und Anästhesistin Virginia Apgar benannt. Dabei werden fünf wichtige Aspekte der Körperfunktionen des Neugeborenen geprüft. Er wird jeweils 1, 5 und 10 Minuten nach der Geburt durchgeführt. Es werden Herzfrequenz, Atmung, Reflexerregbarkeit, Muskeltonus und Hautfarbe beurteilt. In jedem der genannten Bereiche werden maximal 2 Punkte vergeben, bei gesunden Neugeborenen ist ein Wert von 9 oder 10 normal. Bei einer Punktzahl von 5-8 gilt das Baby als gefährdet, bei unter 5 Punkten besteht Lebensgefahr.
Die Anfangsbuchstaben der untersuchten Bereiche sind in "APGAR" ebenfalls enthalten:  Atmung, Puls (Herzfrequenz), Grundtonus (Muskeltonus), Aussehen (Hautfarbe) und Reflexe.
 

 

    

 

Der Apgar - Test wurde 1952 eingeführt. Zu dieser Zeit erlitten viele Säuglinge Schäden vor oder während der Geburt, welche zu lebenslangen Folgen oder gar zum Tod führten. Hätte man diese rechtzeitig diagnostiziert, wären viele davon leicht behandelbar gewesen. Um solche Schädigungen schnell feststellen zu können, entwickelte Virginia Apgar den Test.

Er ist ein Bestandteil der U1 und fällt als Untersuchung kaum auf, da er eher einem ersten Eindruck entspricht, den der Arzt fast ohne medizinisches Gerät durchführt. Nur die Herzfrequenz wird mit dem Stetoskop gemessen, Atem, Muskeltonus und Hautfarbe kann er ohne Hilfsmittel erkennen und für den Test der Reflexerregbarkeit kitzelt er das Neugeborene an der Fußsohle.


Vitamin K nach der Geburt

Normalerweise erhalten alle Babys nach der Geburt  Vitamin K, wenn die Eltern es nicht explizit ausschließen.
Vitamin K ist ein Gerinnungsstoff, der innere Blutungen zum Stillstand bringt. Bei etwa 4-10 von 100.000 Babys tritt ein Vitamin K Mangel auf, der zu Hirnblutungen mit lebenslangen Folgen führen kann. Heutzutage wird ein Tropfen Vitamin K in den Mund des Babys geträufelt, dies wird auch bei der U2 und er U3 wiederholt, danach ist das Baby in der Lage, das Vitamin selbst zu bilden. Bei vollgestillten Kindern tritt ein Vitamin K Mangel häufiger auf, Flaschenkinder erhalten das Vitamin über die Babynahrung.


Augentropfen

Eine weitere unstrittene Routinegabe sind die Silbernitrattropfen, die Neugeborenen in die Augen geträufelt werden. Die Tropfen sind ätzend und reizen die Augen, sodass die Behandlung für Babys sehr unangenehm ist. Daher sollten sie dem Baby möglichst erspart bleiben
Nur falls eine Frau in ihrem Leben an Gonorrhoe ("Tripper") gelitten hat oder an Chlamydien leidet sind diese Augentropfen wichtig, denn eine Infektion kann bei dem Kind zu Blindheit führen.