Akupunktur

Geburtsvorbereitende Akupunktur

In der asiatischen Medizin geht man davon aus, dass im menschlichen Körper bestimmte Energiebahnen (Meridiane) verlaufen. Sie werden den Organen und Körperfunktionen zugeordnet. Der Energiefluss in diesen Bahnen kann gestört sein und in der Folge können körperliche Beschwerden und Krankheiten auftreten.

Durch Akupunktur oder Akupressur werden bestimmte Punkte auf diesen Energiebahnen stimuliert und so wird der Energiefluss unterstützt und wiederherstestellt.

Die genaue Wirkungsweise der Akupunktur ist wissenschaftlich nicht geklärt, jedoch konnte in verschiedenen Studien eine Wirksamkeit nachgewiesen werden, in der Schmerztherapie waren die Ergebnisse der Akupunktur sogar besser als die der schulmedizinischen Behandlungen.

In der Geburtsvorbereitung wird die Akupunktur bereits seit vielen Jahren eingesetzt, die Kosten werden bislang jedoch nicht von den Krankenkassen übernommen.
Es werden bei den Behandlungen an den Unterschenkeln jeweils 3-4 Akupunkturnadeln gesetzt:

  • seitlich an der oberen Wade
  • etwas unterhalb des Knies
  • über dem inneren Fußknöchel
  • an der Außenseite der kleinen Zehe (bei den späteren Sitzungen)

Die Nadeln werden nach einer Wirkungszeit von etwa 20 Minuten wieder entfernt. Die Behandlung beginnt normalerweise in der 36. Schwangerschaftswoche und es sollten drei, besser vier Behandlungen gemacht werden. Nach Überschreiten des voraussichtlichen Geburtstermines können die wöchentlichen Behandlungen weiterhin durchgeführt werden.

Positive Ergebnisse der geburtsvorbereitenden Akupunktur konnten in mehreren Studien nachgewiesen werden (vgl. z.B. Weigel, Zieger u.a. (1998)).
An der Frauenklinik Mannheim wurde eine Studie durchgeführt, bei der die Wirkungen der Akupunktur insbesondere auf die Geburtsdauer untersucht wurden. Dieser Effekt ergab sich dadurch, dass der Muttermund weicher war und sich die Zeit bis zur Öffnung des Muttermundes verkürzte. Nach einer Akupunkturbehandlung lag die Geburtsdauer bei Erstgebärenden um durchschnittlich zwei Stunden unter der von Frauen, die nicht behandelt wurden.
Vorzeitige Wehen durch die Akupunktur oder ein Einfluss auf den Geburtstermin konnte in den Untersuchungen nicht beobachtet werden. Die Wirkungen der Akkupunktur setzten erst ein, wenn die Geburt auf natürlichem Wege begann.

Wirkungen der geburtsvorbereitenden Akupunktur:

  • Gebärmutterhals und Muttermund werden schon vor der eigentlichen Geburt weicher.
  • Der Muttermund öffnet sich mitunter schon 1-2 cm.
  • Die Schwangeren gehen entspannter und gestärkt zur Geburt.
  • Bei vielen Gebärenden eine kürzere und leichtere Geburt.

Akupunktur bei der Geburt

Auch während der Geburt wird die Akkupunktur zur Entspannung, Schmerzbekämpfung und Geburtserleichterung eingesetzt. Die Behandlung beginnt hier bei den ersten stärkeren Wehen, meist bei einer Muttermundöffnung von 4-5 cm. Die Akupunkturpunkte zur Schmerzlinderung liegen im Bereich des Unterbauches und des Rückens.

Literaturhinweis zur o.a. Studie:
Römer A., Weigel M., Zieger W., Melchert F. (1998): Veränderungen der Cervixreife und Geburtsdauer nach geburtsvorbereitender Akupunkturtherapie. In: Römer A. (Hrsg.): Akupunkturtherapie in der Geburtshilfe und Frauenheilkunde. Hippokrates, Stuttgart